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| Über "Die Protokolle (der Weisen von Zion") |
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| Geschrieben von: Hans Jonas |
| Freitag, 30. April 2010 um 15:36 Uhr |
Über "Die Protokolle (der Weisen von Zion")Krieg beginnt in den Köpfen der MenschenMan fragt sich immer wieder, wie die gesamte islamische Welt gegen uns Juden aufgehetzt wird, sowohl unsere Politiker als auch die Menschen auf der Straße; selbst diejenigen, die nicht in den palästinensischen Konflikt verwickelt sind und wenig Sorge um das Schicksal der Palästinenser haben. Warum laufen die Massen auf die Straßen und fordern die Vernichtung der Juden und die Zerstörung Erezisraels? Ist es ein Ruf zu den Waffen, um die arabische Ehre zu verteidigen? Und warum schließen sich Menschenrechtsbewegungen, deren vorgeschriebene Agenda keinen Kampf gegen das jüdische Volk und den Staat Israel beinhaltet an Keiner kann glauben, dass dies dem jüdischen Volk erneut geschieht. Haben wir unsere Lektion nicht gelernt? Hätten wir ‚Mein Kampf’ genau gelesen, hätten wir gewußt, was zu erwarten war.
Das Menetekel an der Wand ist erneut zu lesen, doch alle schauen weg. Kriege beginnen nicht auf dem Schlachtfeld, sondern in den Köpfen!
Seit hundert Jahren ist die Welt einer gefährlichen Lüge ausgesetzt, die uns beschuldigt, am Untergang der Menschheit Schuld zu sein, die behauptet, dass allein unsere Existenz den Weltfrieden bedroht. Dies ist die berühmte „jüdische Verschwörung“, deren Ziel angeblich die Herrschaft über die Welt ist. Sie ist detailliert in den „Protokollen der Weisen von Zion“ dargestellt. Und diese „Protokolle“ wurden in vielen Sprachen in millionenfacher Auflage herausgegeben. Wir haben sie nicht gelesen, und keiner hat sich die Mühe gemacht, sie ins Hebräische zu übersetzen.
Seit dem Beginn des Zweiten Weltkrieg haben wir uns nicht die Mühe gemacht, der methodischen Vergiftung des Verstandes von Milliarden Muslimen rund um die Erde nachzuspüren, denen gesagt wird, Juden stellten eine existentielle Gefahr dar. Die Fakten sind offensichtlich, nachzulesen in Zeitungen, Studien und Statistiken. Wir haben sie alle gesehen, jedoch nichts unternommen. Man ist es leid, sich mit den Judenhassern abzugeben, gaben es auf, den Märchen und Lügen zu widersprechen. Wir wurden selbstzufrieden, haben die Gefahr nicht anerkannt und haben darin versagt, nach Möglichkeiten zu suchen, mit dieser Gefahr umzugehen und sie zu bekämpfen.
Es ist nur durch eine methodische, langjährige Propagandakampagne möglich, ganze Nationen und Milliarden von Menschen für einen Kampf zu rekrutieren, der die Zerstörung Israels und der Juden zum Ziel hat. Nun hat die muslimische Welt, die die nationalsozialistische Fackel aufgenommen hat, sich diese Sache zueigen gemacht und sich selbst das Ziel gesetzt, unsere demokratische Nation und unser Volk zu vernichten. Und sie sagt es frei heraus, in öffentlichen Reden des Präsidenten eines Mitgliedstaates der Vereinten Nationen, in Verfassungen wie der Charta der Hamas, in Predigten, die in Moscheen gehalten werden. Der Wortlaut der „Protokolle“ ändert sich nicht, doch jede der zig tausend weiteren Ausgaben wird von einem neuen Vorwort begleitet, das erklärt, wie der jüdische Plan hier und jetzt in Aktion tritt. Neue Vorworte wurden als Reaktion auf den 11. September, den Krieg im Irak und zahllose andere Ereignisse entworfen, die zum Anlass genommen werden, um uns, die Juden zu beschuldigen.
Die Ausgaben, ob sie nun im Iran, in Syrien; der Türkei oder Ägypten gedruckt sind, werden auch an muslimische Gemeinden in der westlichen Welt verteilt. Sie liegen bei Buchmessen aus und werden zu reduzierten Preisen in Geschäften verkauft, sind im Internet ebenfalls auch in Deutschland auf Seiten von muslimischen Vereinen und Gemeinden erhältlich. Während der vergangenen Jahre haben Länder wie Ägypten, Syrien oder Katar Fernsehserien produziert, die auf den „Protokollen“ basieren. Während des Ramadan, wenn Familien zusammenkommen, um das Fasten zu brechen, werden sie überall in der arabischen Welt und bis nach Europa ausgestrahlt. Viele beliebte Seifenopern, die Menschen jeglichen Alters zur Zielgruppe haben, perpetuieren die Behauptung, dass es eine kriminelle jüdische Verschwörung gibt, die die Welt beherrschen will. Die muslimische Welt glaubt an dieses Märchen, obwohl es einige wenige Intellektuelle gibt, die halbherzig zugeben, dass die „Protokolle“ eine Fälschung sind.
Erst kürzlich traf ich einen amerikanischen Arzt libanesisch-christlichen Ursprungs im Wedding. Als ich ihn fragte, ob ihm die „Protokolle“ vertraut seien, sagte er, das Buch habe ich zu Hause, er kenne es gut und glaube in der Tat daran. Es ist Teil unserer Kultur, sagte er in perfektem Deutsch mit amerikanischem Akzent und ernstem Gesicht.
Die arabischen Ausgaben beinhalten völlig verdrehte, scharfe, verleumderische Vorworte, die die gesamte Geschichte der Welt als ein Zeichen des jüdischen, teuflischen Plans darstellen. Diese Vorworte werden von schrecklichen Karikaturen begleitet (Karikaturen sind erlaubt, solange sie sich nicht über Muslime lustig machen). An solcherlei Ausgaben mangelt es auch im Westen nicht, doch hier werden sie auch als Ausgaben verkauft, die ein gebildetes Publikum anvisieren.
Zu diesen Versionen gehört auch eine Ausgabe, die im Jahr 2004 in den USA gedruckt wurde und in respektablen Buchläden verkauft wird. Vor mir lag ein solches Buch. Es beinhaltet nicht nur die originalen „Protokolle“ sondern auch viele Dokumente, die die Verschwörungsgeschichte beweisen sollen. Das Buch behandelt das, was als „jüdisches Problem“ bekannt ist, in detaillierter Form und gibt dem Thema, dass Juden weise, intelligent, Nobelpreisträger, ein auserwähltes Volk und deshalb so gefährlich für die Welt sind, viel Raum. Das Buch behandelt sogar das Thema der Fälschung (selbst wenn es eine wäre, stimme der Inhalt?!).
Die „London Times“, die im Jahr 1921 als erste Zeitung die Fälschung aufdeckte, wird als Teil der jüdischen Verschwörung bezeichnet. Andere, die die Fälschung aufgedeckt haben, wie z. B. eine russische Prinzessin und ein französischer Theologe, werden als bereits verurteilte Schwerverbrecher dargestellt. Den Geheimdiensten des jüdischen Volkes, die die Warnungen vor Antisemitismus genau verfolgen, kann nicht die Schuld für die Sachlage gegeben werden, was die muslimische Welt sehr gerne macht. Und es gibt in Folge der Publikationen in arabischen Ländern Fakultäten und Forschungsinstitute, Tagungen und Veröffentlichungen und Internetseiten, die sich mit dem Thema beschäftigen. Doch mit Ausnahme einiger weniger entschlossener Verfechter gibt es kein wirkliches Bewußtsein für diese Gefahr.
Es gibt keinen strategischen Plan, um mit ihr umzugehen. Die politische Korrektheit, die den öffentlichen Diskurs heutzutage anführt, verbietet es, irgendetwas gegen Nicht- Juden zu sagen, selbst wenn diese Dinge wahr sind. ‚Es sind nicht alle Muslime’, ‚es ist nicht der Koran’, müssen Radio- und Fernsehsprecher jedes Mal betonen, wenn sie die Welt über einen weiteren Terroranschlag, der von Muslimen ausgeführt wurde, informieren. Wenn ähnliche „Protokolle“ über Muslime oder über irgendeine andere Minderheit oder „Rasse“ veröffentlicht würden, stünden die Straßen in Flammen, wie es wegen einiger Karikaturen in dänischen Zeitungen geschah.
Als der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinedschad öffentlich seine Absicht äußerte, uns zu vernichten, fragten wir uns nicht, warum er gemeinsam mit Raketen und Atomwaffen auch den Druck und die Verbreitung der „Protokolle der Weisen von Zion“ als Priorität anordnete. Seine Abgesandten besaßen die Unverfrorenheit, während der Frankfurter Buchmesse am iranischen Stand eine englische Übersetzung der „Protokolle“ in Massen ganz offen auszulegen.
Und die freiheitlich-demokratische, sowie die jüdische Welt schweigt – hundert Jahre lang schwieg sie, und auch jetzt. Juden zünden keine Botschaften an, wir wollen auch nicht die Welt mit unserer Religion beglücken und befreien, wir schicken keine Bombenattentäter, wir senden keine aufgehetzten Massen auf die Straßen. Doch dies bedeutet keine Entschuldigung dafür, nicht nach Alternativen für den Protest zu suchen. Und es gibt Alternativen.
Die Verschwörung gegen das Judentum, - die Verbreitung eines bösen Märchens, eine Lüge als Vorbereitung für eine weitere Shoa -, muss grundlegend entlarvt werden. Man muss die Vertreiber und Vertreter dieser Lügen, die sich auch und besonders auf den Koran und seinen Propheten Mohammed berufen, als Angeklagte in Strafprozessen vor die Gerichte stellen, nach Den Haag zitieren, denn heutzutage haben die meisten Länder Gesetze, die die Verhetzung religiöser, nationaler oder ethnischer Gruppen verbieten.
Wo sind der Aufschrei und das Verlangen nach Verbot durch unsere demokratischen Parteien, wo der Verfassungsschutz? Will man sich nicht in einem juristischen, politischen, öffentlichen und medialen Kampf engagieren, wenn es doch zur Staatsräson gehört? Wo sind unsere Volksvertreter, die sich leider vielmehr um die koranischen Feinde -auch meiner Jüdischkeit- kümmern, mit ihrer klaren und unmißverständlichen Stimme? Sie müssen Tacheles Reden!
Schluss damit: es ist verboten eine erneute Shoa zu proklamieren, wir werden euch strafrechtlich belangen! Das ist in unserer westlichen Demokratie nicht erlaubt! Schluss mit den Märchen und Lügen, Schluss mit der Verleumdung von Juden! ______________________ Hans Jonas 30.4.10 |
| Zuletzt aktualisiert am Montag, 03. Mai 2010 um 12:44 Uhr |
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