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Parallelgesellschaft zementiert Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Freitag, 10. Juli 2009 um 08:24 Uhr

Deutsche Islamkonferenz wertet Muslim-Verbände auf und wirkt vielfach kontraproduktiv

Berlin – Gut gemeint, aber im Endeffekt gescheitert: So lautet die ernüchternde Bilanz der „Deutschen Islamkonferenz“ (DIK). Die Integration der Muslime in die deutsche Gesellschaft ist in den drei Jahren der DIK nicht vorangekommen. Das liegt vor allem am Starrsinn der Muslim-Verbände, aber auch an der DIK selbst, die vielfach kontraproduktiv gewirkt habe, meinen Beobachter.


Das Problem liegt offenkundig bereits in der Zusammensetzung der DIK: Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte praktisch alle Islamverbände eingeladen, plus die sogenannten „säkularen Muslime“, mit anderen Worten: Islamkritiker. Während letztere immer wieder die Anpassung der Muslime an die deutsche Rechtsordnung fordern und dafür oft genug von Muslimen beschimpft und bedroht werden, trachten die Muslim-Verbände – so unterschiedlich sie sonst auch sind – vor allem danach, umgekehrt die deutsche Rechtsordnung ihren Bedürfnissen „anzupassen“.

 

Dazu kommt: Alle Muslimverbände zusammen vertreten nur 15 Prozent der Muslime in Deutschland. Die Unorganisierten sind meist besser integriert als die Organisierten.

 

So haben die Verbände bei der letzten Sitzung eine faktische Sonderbehandlung muslimischer Mädchen beim Schwimm­unterricht erzwungen. Laut der DIK-Handlungsempfehlung für Schulen können die muslimischen Mädchen ab der Pubertät – damit wohl schon ab der dritten Klasse – aus „Gewissensgründen“ befreit werden. Das ist die Zementierung der Parallelgesellschaft mit dem Gütesiegel der DIK, die Konferenz wirkt hier integrationspolitisch genau kontraproduktiv.

 

„Der Islam kann seinen Platz in Deutschland nur finden, wenn er sich integriert“, betont CSU-Landesgruppen-Geschäftsführer Hartmut Koschyk. Dennoch: Das neue Selbstbewusstsein der Muslim-Verbände, das sich auf kommunaler Ebene oft genug durch aggressives Auftreten und maßlose Forderungen äußert, bekam gerade durch Äußerungen von Schäuble selbst Rückenwind. Der hatte etwa dem Verband Ditib bescheinigt, er könne sich „in Richtung einer Religionsgemeinschaft entwickeln“. Doch Ditib ist der Ableger des türkischen Amtes für Religionsangelegenheiten. Eine türkisch-nationale Behörde soll also eine Art islamische Kirche in Deutschland werden – ein sonderbarer Gedanke.

 

Wolfram Göll

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 10. Juli 2009 um 08:29 Uhr